lebensqualität

Editorial lebensqualität 3/2009

Das Sozial- und Gesundheitswesen im Umbruch

von Matt, Cornelia
Eine beispiellose Privatisierungswelle hat in den vergangenen Jahren die Kran-
kenhaus- und Pflegelandschaft erfasst. Selbst Universitätskliniken sind nicht
mehr vor einem Verkauf an private Investoren gefeit. Die Finanzkrise der
öffentlichen Haushalte und der politisch gewollte Wettbewerb werden die-
sen Trend weiter verstärken. Einer Studie der Deutschen Bundesärztekam-
mer zufolge werden bis 2020 vierzig bis fünfzig Prozent der Krankenhäuser in
privater Hand sein.

Welche Folgen aber hat die zunehmende Privatisierung und, damit verbunden,
die Akzentuierung auf den wirtschaftlichen Erfolg einer Gesundheitseinrich-
tung für den Umfang und die Qualität der stationären und ambulanten Ver-
sorgung? Welche Auswirkungen sind für die ärztliche und pflegende Tätigkeit und
das zukünftige Selbstverständnis der ÄrztInnen und Pflegenden zu erwarten?
Welche Möglichkeiten haben wir, wieder mehr Selbstverantwortung für unsere
eigene Gesundheit zu erlangen, anstatt dem medizinischen System ausgeliefert
zu sein? Stefan Knobel ruft in seinem Artikel über die Entwicklung unseres
Sozial- und Gesundheitswesens zu einer breiten politischen Diskussion auf.

Zusammenarbeit statt Konkurrenz in der Gesundheitsversorgung: Verena
Schütz berichtet in ihrem Beitrag über ein spannendes Pilotprojekt im
Unterengadin. Alle maßgeblichen regionalen Gesundheitseinrichtungen -
Regionalkrankenhaus, Spitex, Pflegegruppen und Pflegeheim - haben sich zu
einer Dachorganisation zusammengeschlossen. Alle Dienstleistungen werden
zum Wohl der Bevölkerung aufeinander abgestimmt.

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „lebensqualität“ finden Sie wieder
zahlreiche neue Entwicklungen in der Welt der Kinaesthetics.

Viel Spaß beim Lesen!

Zeitschrift Lebensqualität 2009 Nummer 3 Titelseite