lebensqualität

Editorial lebensqualität 4/2009

Sr. Liliane Juchli - eine Revolutionärin in der Pflege

von Matt, Cornelia
Keine Krankenschwester, kein Krankenpfleger kam in den letzten 30 Jahren während der Ausbildung an ihr vorbei: Sr. Liliane Juchli. Sie schrieb das erste umfassende, deutschsprachige Krankenpflegelehrbuch, das ursprünglich bescheiden "Praktikumsheft" hiess, später aber ein Standardwerk der Pflege wurde und jetzt in 9. Auflage erschienen ist.

Sr. Liliane Juchli verstand sich weniger als Theoretikerin denn als Praktikerin. Mit den "Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL)" widmete sie sich nicht nur rein pflegerischen Aufgaben wie "Behandlungspflege", "Grundpflege" oder "Pflege bei Erkrankungen der Organe", sondern entwickelte ein ganzheitliches Pflegemodell. Die konkrete menschliche Begegnung ist dabei ein wichtiger Grundpfeiler. So stellt Juchli die auch in Zeiten eines vielfältigen Angebots von technischen Pflegemodellen, umfassenden Dokumentationssystemen und einer übermächtigen Pharmaindstrie die wichtige Frage: Wie kann eine Pflegekraft bei PatientInnen Selbstheilungskräfte aktivieren?

Einem weiteren besonderen Menschen widmet sich "lebensqualität" mit Georg Paulmichl. Der Südtiroler Kunstmaler und Autor, mehrfach ausgezeichnet mit verschiedensten Förderpreisen und Anerkennungen, ist ein Mensch mit sogenannter geistiger Behinderung. Sein langjähriger Kunstlehrer und Mentor, Dietmar Raffeiner, beschreibt die intensive Begegnung und den Dialog mit Georg Paulmichl.

Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe von "lebensqualität" sind neue Aspekte der Bewegungskompetenz: Kinaesthetics mit einem ehemaligen Komapatienten, Kinaesthetics in der Palliativpflege und Kinaesthetics in der Arbeit mit Kindern mit verschiedensten Behinderungen in Rumänien.

Viel Spaß beim Lesen!

Zeitschrift Lebensqualität 2009 Nummer 4 Titelseite