lebensqualität

Editorial lebensqualität 4/2010

Gewinne mit pflegebedürftigen und kranken Menschen - Quo vadis?

von Matt, Cornelia
Immer mehr Gemeinden und Städte stoßen Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser, die nicht kostendeckend zu führen sind, an private Unternehmen ab. Doch dürfen mit pflegebedürftigen und kranken Menschen Gewinne nach marktwirtschaftlichen Grundsätzen erzielt werden? Das kann doch nicht funktionieren! Oberste Priorität muss sein, den Kostendruck aus der Pflege zu nehmen. Pflegequalität muss Vorrang vor einer gewinnbringenden Bilanz haben!

Finanzielle Probleme dürfen nicht an Einzelhäusern diskutiert werden. Stattdessen sollten die strukturellen Rahmenbedingungen kritisch betrachtet und verändert werden. Einzelne Gemeinden und Städte werden aufgrund der demographischen Entwicklung und der budgetären Rahmenbedingungen mittel- bis langfristig nicht mehr in der Lage sein, die Pflege- und Betreuungsangebote allein abzudecken. Es braucht budgetäre Umverteilungen und neue Finanzierungsquellen, um die Betreuungsqualität in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern nachhaltig zu sichern und weiterzuentwickeln. Hier sind verantwortungsvolle Politikerinnen und Politiker mit Weitblick gefragt. Axel Enke weist im Leitartikel (Seite 4) auf Möglichkeiten hin, was jeder Einzelne beitragen kann.

Ein weiteres Schwerpunktthema dieser Ausgabe von „lebensqualität“ widmet sich der Erziehung und Entwicklung der Bewegungskompetenz bei Kindern. Bemerkenswert dabei ist, dass sich erstmals auch Kinder mit zwei Beiträgen zu Wort gemeldet haben (Seiten 26 und 42). Miriam und Vera beschreiben ihre Erfahrungen mit Kinaesthetics.

Weiters finden Sie in der aktuellen Ausgabe wieder Neues und Wissenswertes aus Forschung und Praxis sowie die aktuelle Entwicklung aus dem Kinaestethics-Netzwerk.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Zeitschrift Lebensqualität 2010 Nummer 4 Titelseite