lebensqualität

Editorial lebensqualität 1/2011

Mehr Lebensqualität, weniger Qualitätsmanagement!

von Matt, Cornelia
Seit Jahren steht das Thema „Qualitätsmanagement“ im Mittelpunkt vieler innerbetrieblicher Diskussionen. Vielfach ruft die ausführliche Pflegedokumentation in den Qualitätsberichten Skepsis hervor und löst bei den MitarbeiterInnen mittlerweile eine – teilweise verständliche – Aversion aus. In vielen Einrichtungen ist über die Jahre mit jeder neuen Anforderung, mit jedem neuen Expertenstandard das Dokumentationssystem „explodiert“, sodass die wesentlichen Funktionen im Papierwust unterzugehen drohen.

Was sind die wesentlichen Funktionen in der Pflege/Betreuung? In seinem persönlichen Erfahrungsbericht und einem Blick in die Geschichte des Qualitätsmanagements in privatwirtschaftlich geführten Betrieben und Gesundheitseinrichtungen regt Stefan Knobel auf S. 4 an, dass der Begriff der Qualität durch den Begriff der Lebensqualität ersetzt werden sollte. Er kritisiert die zunehmenden Bemühungen um Effizienzsteigerungen und fordert unter anderem ein größeres Zeitfenster für die Pflegenden. Sie sollten vermehrt ihre wertvolle Kompetenz als Coach am Pflegebett oder in der aktiven Betreuungssituation verbringen dürfen statt vor dem Computer.

Ingo Kreyer, Toni Matosic und Martin Kaufmann stellen auf S. 11 das „Human-Impact-Modell“ vor. Im Mittelpunkt steht die Wirkungsorientierung von betrieblichen Prozessen; nicht nur die Leistung, sondern was damit langfristig und nachhaltig bewirkt werden kann – nicht nur im Unternehmen selbst, sondern auch im Bezug auf Gesellschaft und Umwelt. So kann Selbstbestimmung, Selbstwirksamkeit, Verantwortungsbewusstsein, Kommunikationsfähigkeit und Partizipation der Führungskräfte und MitarbeiterInnen nachhaltig gefördert werden.

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Viel Vergnügen beim Lesen!

Zeitschrift Lebensqualität 2011 Nummer 1 Titelseite