lebensqualität

Editorial lebensqualität 1/2015

Die Würde des Menschen

von Marty-Teuber, Stefan
Sollen dereinst Pflege-Roboter in Altenheimen zum Einsatz kommen? Oder gibt es gute Gründe, die dagegen sprechen? Dass es an der Zeit ist, eine Diskussion über den Stellenwert der Arbeit zu führen, vertritt Daniel Straub im Themenartikel (ab Seite 4). Vor dem Hintergrund, dass in Zukunft immer mehr Arbeiten von Robotern erledigt werden, plädiert er für eine grundlegende Neubewertung von Arbeit und Entlohnung, für einen Staat, der allen ein würdiges Dasein ermöglicht.

„Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis die Politik verstanden hat, dass qualitativ hochwertige Pflege kein Unkostenfaktor, sondern ein Beitrag zur Lösung der Probleme ist, die auf uns zukommen“, sagt Lieseltraud Lange-Riechmann (ab Seite 30). In ihrer Dissertation hat sie untersucht, ob und wie sich für Einrichtungen die Investitionen in Kinaesthetics gesundheitsökonomisch auszahlen. Dabei musste sie auch feststellen, dass Finanzierungsmodelle in der Pflege in Konflikt mit der Würde und Lebensqualität von betroffenen Menschen stehen können.

Um die Würde des Menschen geht es ebenso in ganz anderen Zusammenhängen: Bei der berührenden Geschichte von Szilárd (ab Seite 16), einem jungen Mann aus Rumänien, den die ÄrztInnen nach seinem Unfall schon aufgegeben hatten, der mit Kinaesthetics zu neuen Möglichkeiten kam, sich aber auch gegen den erlebten respektlosen Umgang zu wehren begann. Bei den Schilderungen, wie eine „Begegnungsmimin“ auf pflegebedürftige Menschen zugeht (ab Seite 34), bei der Begleitung einer tumorkranken Mutter durch ihre Tochter (ab Seite 21) und in weiteren Beiträgen der aktuellen Nummer dieser Zeitschrift.

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen eine wertvolle Lektüre.

Zeitschrift Lebensqualität 2015 Nummer 1 Titelseite