lebensqualität

Editorial lebensqualität 2/2016

Kinaesthetics heißt eine neue Sprache entdecken

von Knobel, Stefan
Das Thema dieser Ausgabe ist Sprache. Maren Asmussen-Clausen setzt sich ab Seite 5 mit dem Spannungsfeld von Pflegeinteraktion und Sprache auseinander. Sie kommt zum Schluss, dass es mit Kinaesthetics geschulten Pflegenden leichter fällt, das Entwicklungspotenzial von KlientInnen zu beschreiben. Axel Enke (ab Seite 12) bearbeitet die Frage, warum in der Kinaesthetics-Bildung so viel Wert auf die schriftliche Reflexion gelegt wird. Und er betont, dass diese unter anderem dazu dient, dass die TeilnehmerInnen erfahren können, wie wertvoll ihre eigenen Erfahrungen sind, und dadurch lernen, sich selbst zu (ver-)trauen. Letztlich führt die Schriftlichkeit dazu, dass man sich festlegen muss – und dadurch werden die eigenen Gedanken „kritikfähig“.
Die Praxisartikel dieser Ausgabe beleuchten verschiedene Anwendungsgebiete: Intensivpflege, persönliche Verhaltensveränderung durch Umgebungsgestaltung, Lernkultur in der häuslichen Pflege und die persönliche Erfahrung eines Physiotherapeuten, der Kinaesthetics-Trainer wurde. Viele verschieden Perspektiven werden hier also ausgeleuchtet.
Arbeiten, die planbar sind und deren Qualität im Voraus bestimmbar ist, werden in naher Zukunft von Robotern übernommen werden. Und das ist auch gut so. Aber wir müssen uns auf eine Wertediskussion einlassen, um aus dieser technischen Entwicklung das zu machen, was wir als Gesellschaft wollen. Dieser Meinung ist Georg Hasler im Interview ab Seite 34, in dem die Hintergründe der Gedanken seines Buches „Blütenstaubwirtschaft“ besprochen werden.
Dies und Weiteres mehr in dieser Ausgabe von lebensqualität, die mit etwas Verspätung erscheint. Die Verspätung ist darauf zurückzuführen, dass sich Stefan Marty-Teuber, unser Lektor, in den letzten Wochen nebst der Arbeit für die lebensqualität auch seiner eigenen Gesundheitsentwicklung widmen musste. Er wird in einer nächsten Ausgabe sicherlich darüber berichten. Wir freuen uns darauf – bis dahin wünschen wir gute Genesung.
Stefan Knobel

Zeitschrift Lebensqualität 2016 Nummer 2 Titelseite